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NEO im Video zu
NEO im Video zu "Irgendwann kommt das Licht zurück"© Robert Boehnel Film / NEO

Musiker persönlich: NEO

Veröffentlicht am Sonntag, 10. Mai 2020

Als Sänger der Dessau-Roßlauer Rockband „Down Below“ stand Matthias Barwig alias „Neo Scope“ ab 2003 auf Bühnen in ganz Deutschland und Europa. 2008 vertrat die Band unser Bundesland bei Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“ und belegte den sensationellen 3. Platz. 2016 gaben „Down Below“ jedoch ihre Trennung bekannt. Aus „Neo Scope“ wurde „NEO“, der seitdem auf Solopfaden unterwegs ist, aber auch für anderen Künstler textet und komponiert. Eigentlich würde er in diesen Tagen in den Clubs und Konzerthallen der Republik seine sehr persönlichen Songs präsentieren. In unserer Reihe „Musiker persönlich“ gibt er nun Einblicke in seinen Alltag ohne Bühne.

In meinem Fall ist es so, dass ich durch meinen Beruf als Erzieher in einem Kinderheim gerade gut zu tun habe. Unsere Kinder sind zu Hause, die Schulen noch geschlossen. Vor diesem Hintergrund musste die Musik sich jetzt unterordnen. Dennoch ist es mir gelungen, zusammen mit Freunden ein Online-Festival auf die Beine zu stellen.
Ein Video und einen Song aus dem Homeoffice habe ich auch realisieren können. Der Song heisst „Irgendwann kommt das Licht zurück“ und steht für Hoffnung, Zuversicht und Dankbarkeit. Der Text möchte aber auch zum Nachdenken darüber anregen, was wir aus dieser schwierigen Zeit lernen können.
Ich kann und will die aktuelle Situation nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ich arbeite, wie gesagt, in einem sozialen Beruf. Was an Schicksalen und Leid geschieht, ist schlimm. Wenn Enkel ihre Großeltern nicht mehr besuchen dürfen und diese dann sterben, das macht etwas mit uns. Kinder spielen nicht mehr miteinander, weil sie nicht dürfen. Die elementarsten und notwendigen Dinge, unsere „sozialen Grundbedürfnisse“, sind plötzlich nicht mehr gegeben. Mich beschäftigt das sehr und es macht mir auch ein wenig Angst, wie schnell man sich scheinbar an das „neue Normal“ gewöhnen kann.

Meine Tour im Mai ist leider abgesagt. Ich stecke jetzt den Kopf aber nicht in den Sand und nutze die Zeit jetzt, um an meinem neuen Album zu arbeiten. Das geht mit Freunden auch online ganz gut, von Halle/Saale nach Berlin über Bayern. Das Internet macht es möglich.
Mein aktuelles Album heisst übrigens „Lebenslinien“ und passt gerade ziemlich gut in diese Zeit. Songs wie „Kaltes Paradies“ oder „L(i)eben“ gewinnen für meine Fans in diesen Tagen plötzlich zusätzlich an Bedeutung. Ich stehe mit Ihnen über soziale Netzwerke in Kontakt. Ich mache Livestreams, in denen wir einfach nur reden und zu denen ich auch Freunde in das Gespräch einlade. Freunde wie den Schauspieler Bernd Lambrecht, der sich nach seiner Rückkehr aus den USA in Heimquarantäne begeben musste und so Erfahrungen aus erster Hand weitergeben konnte.

Ich bin also umtriebig, viel beschäftigt und ehrlich gesagt sehr dankbar, dass ich so ausgebucht bin. Ich bin froh, dass ich arbeiten darf und nicht in die Untätigkeit gezwungen bin und der Ungewissheit so um ein Vielfaches mehr ausgesetzt.
Deswegen haben alle Menschen meine Hochachtung, die dieser Tage zuversichtlich und besonnen bleiben. Wir sind ja auch „Sonnenköppe“.

Ich wünsche allen Lesern und auch dem LEO-Team viel Mut und Kraft sowie Herz, Verstand und Augenmaß bei der Bewältigung dieses Ausnahmezustandes.

Beste Grüße
Matthias Barwig/NEO

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