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LEO Tagestipp
Der Inschriftenring von Paußnitz. Silber. Um 1200.LEO Glücksmoment
Der Inschriftenring von Paußnitz. Silber. Um 1200.© Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Juraj Lipták.

Die Magie am Finger

Veröffentlicht am Montag, 28. Oktober 2019

„Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.“ Genau 50 Jahre ist es her, dass dieses Gedicht erstmals im deutschsprachigen Raum bei seinen Lesern für wohlig-gruselige Schauer sorgte. Bereits 15 Jahre zuvor hatte das englische Original von J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ den Grundstein der Fantasyliteratur gelegt. Als Inschrift des „Einen Rings“ ist der Reim spätestens seit den Verfilmungen der Romane Teil der Popkultur geworden. Doch wie viele Aspekte seines Epos‘ hat auch der magische Ring reale Vorbilder. Denn über Jahrtausende hinweg waren die Schmuckstücke mehr als nur Zierde oder ein Statussymbol – sie waren „Ringe der Macht“.

1898 wurde im heute sächsischen Paußnitz ein silberner Ring entdeckt, dessen Inschrift Rätsel auf-gab. Über 100 Jahre geriet das um 1200 erschaffene Kleinod in Vergessenheit, bis es 2001 im Depot des Landesmuseums für Vorgeschichte Halle wiederentdeckt wurde. Im Jahr darauf konnte auch die Inschrift entschlüsselt werden: „Verneine mich, Christus“ ist auf den zwölf Seiten des Ringes zu lesen, gedeutet als Wunsch des Ringträgers nach völliger Selbstaufgabe zur Erlangung des Seelenheils.

Ab 15. November steht der mystische Inschriftenring von Paußnitz im Zentrum der Sonderausstellung des Landesmuseums, die anhand ausgesuchter Preziosen den Kosmos machtvoller Ringe seit der Vorgeschichte Europas zeigt. Ringe, denen eine eigene Macht zugeschrieben wurde oder solche, die Macht, Herrschaft und Status ihres Trägers ausdrückten. Gezeigt werden unter anderem die ältesten bekannten Fingerringe aus dem mährischen Pavlov, die vor über 24.000 Jahren geschmiedet wurden. Der goldene Armreif eines bronzezeitlichen Fürsten, der riesige keltische Silberhalsring von Trichtigen, sowie der Ring der heiligen Elisabeth von Thüringen aus dem 14. Jahrhundert sind weitere bedeutende Ausstellungshighlights. Erstmals außerhalb der Schweiz ist die um das Jahr 1500 v. Chr. datierte Bronzehand von Prêles zu sehen, die 2018 im Kanton Bern entdeckt wurde und als älteste Bronzeplastik Europas gilt.

Und auch „Der Eine Ring“ aus Tolkiens Fantasyepos darf im spektakulären Panorama von Ringen der Macht selbstverständlich nicht fehlen.

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