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Caption-Abstract: Mitteltafel des Reformationsaltars, Stadtkirche St. Marien, Lutherstadt Wittenberg
Caption-Abstract: Mitteltafel des Reformationsaltars, Stadtkirche St. Marien, Lutherstadt Wittenberg© Ev. Stadtkirchengemeinde St. Marien, Foto: Juergen Pietsch

Eröffnung Landes Ausstellung Cranach d.J.

Veröffentlicht am Mittwoch, 27. Mai 2015

1515 erblickte Lucas Cranach der Jüngere das Licht der Welt. 500 Jahre später ist es Zeit, Cranach mit anderen Augen zu sehen und neu zu entdecken. Sachsen-Anhalt widmet dem Künstler eine Landesausstellung in Wittenberg. „Cranach der Jüngere 2015“ ist die weltweit erste Sonderausstellung, die sich allein mit dem Meister beschäftigt. Vom 26. Juni bis 1. November ist sie für Besucher zugänglich.

Lucas Cranach der Jüngere stand seit jeher im Schatten seines gleichnamigen Vaters. Dabei hat er die Reformation mit seiner ausdrucksstarken Formensprache zu einem faszinierenden Bilderlebnis werden lassen. Cranach der Jüngere lernte sein Handwerk in der väterlichen Werkstatt, die er später zu einem europaweit agierenden Kunstunternehmen machte.

Wittenberg
In der Lutherstadt rückt die Landesausstellung Cranach den Jüngern aus dem Schatten des Vaters ins Licht. Sie zeigt den Meister als fürstlichen Auftrag-nehmer, Maler reformatorischer Altäre und Epitaphien sowie als Porträtisten und Zeichner. Cranach war Netzwerker. Er agierte im Reigen künstlerischer, theologischer und gesellschaftlicher Akteure der Reformationszeit. Die Landesausstellung greift das Verhältnis von Vater und Sohn auf. Sie lädt ein, Cranach zu entdecken als Künstler und Person des öffentlichen Lebens. Die Ausstellung zeigt, wie er als Stadtkämmerer, Bürgermeister, Familienoberhaupt und Unternehmer agierte und gestaltete. Premiere feiert das Augusteum. Das Vordergebäude des Luther-hauses öffnet seine Pforten erstmals für die Öffentlichkeit. Die Vielfalt Cranachs des Jüngeren dokumentieren 150 Gemälde und Zeichnungen. Viele davon sind Leihgaben aus renommierten Sammlungen wie dem Nationalmuseum Oslo oder dem Museum of Fine Arts in Houston. Einige wurden noch nie öffentlich gezeigt.

Ein Meister, viele Themen
Vielfalt ist das Markenzeichen Lucas Cranachs des Jüngeren. Der Meister soll verstanden werden. Deshalb ist von der Stiftung Luthergedenkstätten und dem Museum für Kinder im FEZ Berlin mit „Pop up Cranach“ eine Mitmachausstellung auf den Weg gebracht worden, die Kinder, Jugendliche und Familien zur Reise in die Welt Cranachs einlädt. Schauplatz ist das Augusteum. „Cranachs Kirche – Originale am originalen Ort“ ist in der Stadtkirche St. Marien angesiedelt. Hier finden sich zahlreiche Originalgemälde, hier wurde Cranach getauft und auch getraut. Hier hörte er die Predigten der Reformatoren, hier wurde er schließlich begraben. Das Geburtshaus des Künstlers steht am Wittenberger Markt und ist während der Landesausstellung Dreh- und Angelpunkt von „Cranachs Welt“. Lebenswege der Familie werden ebenso nachgezeichnet wie die Arbeit in den Werkstätten. Apropos Werkstatt. „Cranach City“ ist ein buntes Sammelsurium von Ausstellungen, zeitgenössischer Kunst, Multimediainstal-lationen und Kreativangeboten. Wittenberg feiert Cranachs 500. Geburtstag mit Ideenreichtum und reichlich Ausdauer. Auch zeitgenössische Künstler treten in den Dialog mit Cranach. „Cranach und die Moderne“ im Alten Rathaus in Wittenberg ist eine Ausstellung der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg. Sie soll zur Auseinandersetzung provozieren und die Brücke aus reformatorischer Zeit ins Hier und Heute schlagen helfen.

Über Wittenbergs Grenzen hinaus
Wie Lucas Cranach den Jüngern hält es auch die Landesaustellung nicht in den Grenzen Wittenbergs. Korrespondenzstandorte finden sich in Dessau, Wörlitz und vielen Kirchen der Region. „Cranach in Anhalt“ im Dessauer Johannbau ist der Beitrag der Anhaltischen Gemäldegalerie zum Fest. Dessau ist dabei nicht zufällig im Boot. Seit dem Bekenntnis der Fürstenfamilie zu Luthers Lehre ist man mit der Reformation verbunden. Cranachs Werkstatt lieferte ins Fürstenhaus. Beispiel: Die Dessauer Abendmahltafel, auf der Luther, Melanchthon und Georg III. von Anhalt gemeinsam mit Cranach dem Jüngeren als Mundschenk das Abendmahl feiern. Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz holt den Meister ins Gartenreich. „Cranach im Gotischen Haus in Wörlitz“ ist eine Erinnerung daran, dass Fürst Franz von Anhalt-Dessau bereits im 18. Jahrhundert eine Sammlung mit Werken beider Cranachs angelegt hat. 20 Meisterwerke rücken ins Blickfeld.

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