Regionale Kultur und Corona – "Anhaltischer Kunstverein"
Veröffentlicht am Mittwoch, 01. April 2020
Nur wenige Regionen in Deutschland sind auf engstem Raum so reich an Kultur und Natur wie Anhalt-Wittenberg. Kein Wunder also, dass der Tourismus längst zu einem der größten Wirtschaftsfaktoren geworden ist, vom regionalen Tagesausflügler bis zu Besuchern aus aller Welt. Doch während die Kultur- und Tourismusanbieter normalerweise im März und April alle Kraft in den Start der Sommersaison stecken, sind sie in diesem Jahr zum Stillstand gezwungen.
In Zeiten von Corona ist das höchste Ziel von Kultur, Gastronomie, Hotellerie und Tourismus – nämlich Menschen zueinander zu bringen und ihnen ein besonderes, gemeinsames Erlebnis zu ermöglichen – zu einem der größten Risikofaktoren geworden. Fast täglich verschärfte sich seit Mitte März die Lage, an öffentliche Veranstaltungen oder Freizeitangebote aller Art ist längst nicht mehr zu denken. Was aber bedeutet das für die Menschen, die mit diesen Dienstleistungen nicht nur ihren Lebensunterhalt bestreiten, sondern auch ihre ganze Energie und Leidenschaft in diese Aufgabe investieren? LEO hat sich in der Region ausführlich umgehört. Neben Ratlosigkeit, und manchmal auch Verzweiflung, begegneten uns dabei viel Verständnis für die Maßnahmen, sachorientierter Pragmatismus und immer wieder die optimistische Hoffnung auf eine Rückkehr zu besseren Zeiten. (Anmerkung: Die Befragung der Unternehmen, Dienstleister und Kulturschaffenden fand in der Woche vom 16. bis 22. März statt. Eventuelle spätere Entwicklungen spiegeln sich hier daher nicht wider.)
"Anhaltischer Kunstverein Dessau" (Ausstellungen im kunstRaum 22 und anderen Veranstaltungsorten in Dessau-Roßlau
1. Welche Folgen hat die aktuelle Corona-Situation für Ihre Veranstaltungsstätte oder für Ihr Unternehmen bzw. für Ihre Angebote bisher? Die aktuelle Ausstellung Jusche Fret „Diesseits. Der besondere Planet“, die am 6. März eröffnet wurde, ist seit dem 14. März geschlossen. Die Ausstellung ist bis zum 18.April geplant. Es ist zu vermuten, dass bis dahin noch keine Normalität eingekehrt ist. Wenn es möglich ist, möchten wir verlängern können, damit wir unseren Besuchern das Erlebnis dieser wunderschönen Ausstellung noch ermöglichen können.
2. Was passiert mit Tickets für Veranstaltungen, die bereits gekauft wurden bzw. mit bisher erfolgten Buchungen? Die geplanten Einnahmen aus Eintrittskarten/Katalogverkauf/Bilderverkauf fallen entweder komplett weg oder fallen entsprechen gering aus. Das wirkt sich entsprechend negativ auf die ohnehin sehr knappe Finanzsituation des Vereins aus.
3. Was tun Sie bzw. was haben Sie vor, um auch in Zeiten des brachliegenden öffentlichen Lebens stattzufinden und den Kontakt zu Ihrem Publikum bzw. zu Ihren Besuchern oder zu Ihren Gästen aufrecht zu erhalten? In der Infomail über die notwendige Schließung der Ausstellung haben wir einen Videolink zu unserer Homepage eingefügt, in dem Ran1 ein Interview mit Jusche Fret anlässlich der Vernissage zeigt und dem Zuschauer das künstlerische Anliegen von Jusche Fret zum Ausdruck bringt. Wir planen eine Filmaufnahme, auf der die zauberhaften Arbeiten von Jusche Fret gezeigt werden und stellen sie sowohl auf die Homepage als auch auf die Facebookseite des AKV. Unsere Mitglieder werden wir über Mail ebenfalls darüber informieren, wohl wissend, dass das direkte Erleben der Kunstwerke nicht ersetzt werden kann.
4. Bisher kann niemand abschätzen, wie sich die Situation in den kommenden Wochen oder auch Monaten entwickeln wird. Wie blicken Sie in die Zukunft? Gibt es schon Überlegungen, wie mit dieser Situation umgegangen werden könnte? Wir hoffen natürlich, dass die kommenden Ausstellungen, in erster Linie Horst Janssen ab dem 17. Mai wieder regulär gezeigt werden können. Andere Szenarien mögen wir uns noch nicht ausmalen….


