Stillstand statt Saisonstart – Regionale Kultur und Corona – "Dalichow Events"
Veröffentlicht am Samstag, 18. April 2020
Die Wittenberger Tourismus- und Eventagentur "Dalichow Events" bietet in der Lutherstadt verschiedene thematische Stadtführungen an, organisiert Hochzeiten ebenso wie Städtereisen oder Konzerte. Auch Großveranstaltungen wie die "Partynacht Wittenberg" oder das "Schloss Open Air" werden durch die Agentur veranstaltet. Die Herausforderungen durch Corona sind groß.
(Anmerkung: Das Gespräch fand in der Woche vom 16. bis 22. März statt. Eventuelle spätere Entwicklungen spiegeln sich hier daher nicht wider.)
1. Welche Folgen hat die aktuelle Corona-Situation für Ihre Agentur bisher?
In Wittenberg sind alle öffentlichen Einrichtungen und Museen geschlossen. Auch wenn der Aufbau zur Partynacht am 14. März in der Exerzierhalle Wittenberg schon abgeschlossen war, hieß es dann auch für uns, dass die Veranstaltung abgesagt werden muss. Das Risiko ist einfach zu groß. Die Vernunft sollte uns alle zum Umdenken bewegen. Auch, wenn es weh tut.
2. Was passiert mit Tickets für Veranstaltungen, die bereits gekauft wurden bzw. mit bisher erfolgten Buchungen?
Alle gekauften Tickets, für unsere Events wie auch unsere Führungen, behalte ihre Gültigkeit. Es gibt auch schon Nachholtermine. So ist die Partynacht auf den 17. Oktober und die „Mr. Rod - The No.1 Rod Stewart Show“ vom 27. März auf den 17. November verlegt. Wir bieten an, wenn der Termin nicht passen sollte, das Ticket oder die Führung in einen Gutschein umzutauschen. Dieser ist dann für alle Events oder Führungen unserer Agentur einlösbar. Als Dankeschön für die Besucher, die Ihre Tickets an diesem Termin einlösen können, gibt es ein Gläschen Sekt.
3. Sie sind nicht nur Gastgeber, sondern auch Arbeitgeber. Wie wirkt sich die aktuelle Situation in dieser Beziehung aus?
Eine ganz große Katastrophe. Bei uns sind es ja nicht nur die Veranstaltungen, die wir verschieben müssen. Wir sind eine Tourismus- und Eventagentur, das betrifft also auch unsere Führungen, Gruppen- und Städtereisen. Die sind sogar schon für Mai zu 100 % von den Gästen storniert worden. Familienfeiern sind sogar schon bis in die 2. Jahreshälfte abgesagt. Das bedeutet, unser Umsatz steht momentan auf null. Also sind unsere Mitarbeit seit dem 16. März in die Kurzarbeit geschickt.
4. Was tun Sie bzw. was haben Sie vor, um auch in Zeiten des brachliegenden öffentlichen Lebens stattzufinden und den Kontakt zu Ihrem Publikum bzw. zu Ihren Gästen aufrecht zu erhalten?
Wir versuchen natürlich, über die sozialen Netzwerke wie Facebook und Instagram aber auch über unsere Internetseite den Gästen und Besuchern die aktuellen Absagen und Verlegungen mitzuteilen. Dazu gehört auch, dass das „Schloss Open-Air“ am 10. Juli nicht abgesagt ist. Dafür können Karten ab sofort erworben werden. „Söhne Mannheims“ haben vor kurzem erst zugesagt.
Ansonsten ist hier ein sehr starker Zusammenhalt zwischen Veranstalter und Gastronomen. Wir versuchen uns gegenseitig zu helfen und gehen mit guter Zuversicht in eine neue Herausforderung.
5. Bisher kann niemand abschätzen, wie sich die Situation in den kommenden Wochen oder auch Monaten entwickeln wird. Wie blicken Sie in die Zukunft? Gibt es schon Überlegungen, wie mit dieser Situation umgegangen werden könnte?
Wir wünschen uns eine baldige Normalität. Wobei man von normal sicherlich gar nicht mehr sprechen kann. Es wird sich alles verändern. Die Menschen werden immer noch Angst haben und nur behutsam Veranstaltungen besuchen. Wir stehen bereit und freuen uns auf diejenigen, die bereit sind, wieder in Richtung Normalität zu gehen. Daher wünsche ich mir, das alle sich momentan daran halten, zu Hause zu bleiben! Damit alle bald wieder so in Freiheit leben können, wie wir es selbst bestimmen können.










