Stillstand statt Saisonstart – Regionale Kultur und Corona – "Cultour-Büro Halle"
Veröffentlicht am Freitag, 17. April 2020
Das Cultour-Büro Halle ist nicht nur in der Saalestadt aktiv, sondern bringt regelmäßig auch Stars und Künstler beispielsweise in die Dessauer Marienkirche. Ende April stand eigentlich mit dem Festival "Women in Jazz" ein besonderer Höhepunkt im sachsen-anhaltischen Kulturkalender auf dem Programm. Im Rahmen von "Regionale Kultur und Corona" sprach LEO mit Agenturchef Ulf Herden.
(Anmerkung: Das Interview fand in der Woche vom 16. bis 22. März statt. Eventuelle spätere Entwicklungen spiegeln sich hier daher nicht wider.)
1. Welche Folgen hat die aktuelle Corona-Situation für Ihre Agentur bisher?
Das Cultour-Büro Halle hat eine Vielzahl von Veranstaltungen nicht durchführen dürfen. Das ist für die Künstler, für das Publikum und natürlich auch für uns als Agentur bitter. Bisher war es möglich, mit Hilfe der Künstler und Veranstaltungsstätten mehrere Veranstaltungen in den Herbst zu verlegen. Im Moment haben wir natürlich erst einmal keine Veranstaltungen. Damit bleiben auch die Einnahmen aus.
2. Was passiert mit Tickets für Veranstaltungen, die bereits gekauft wurden?
Wir können nur an alle Besucher appellieren, ihren Künstlern treu zu bleiben und die Ersatztermine anzunehmen. Wenn es nicht terminlich passt, könnte man das Ticket ja auch verschenken oder weiter geben. Es könnte für die Künstler und natürlich auch für uns Veranstalter ansonsten recht schwierig werden, diese Zeit zu überstehen.
3. Sie sind nicht nur Gastgeber, sondern auch Arbeitgeber. Wie wirkt sich die aktuelle Situation in dieser Beziehung aus?
Es gibt Regelungen für Kurzarbeit, die wir für unsere Mitarbeiter nutzen können. Mehr gibt es im Moment nicht.
4. Was tun Sie bzw. was haben Sie vor, um auch in Zeiten des brachliegenden öffentlichen Lebens stattzufinden und den Kontakt zu Ihrem Publikum aufrecht zu erhalten?
Als Agentur werden wir unser Publikum über unsere Webseite oder auch über Posts auf Facebook zu unseren Veranstaltungsvorhaben zu informieren. Und natürlich sind wir auch telefonisch oder per Mail für unser Publikum zu erreichen.
5. Bisher kann niemand abschätzen, wie sich die Situation in den kommenden Wochen oder auch Monaten entwickeln wird. Wie blicken Sie in die Zukunft? Gibt es schon Überlegungen, wie mit dieser Situation umgegangen werden könnte?
Als Agentur Cultour-Büro Halle arbeiten wir an unseren Sommer- und Herbstprojekten weiter. Da sind wir auch wieder mit verschiedensten Angeboten in der Marienkirche in Dessau. Alle diese Veranstaltungen – „Renft“, „International Guitar Night“, „Irish Christmas“, „Herr Lehmann“ (Comedy) oder „Gregorian Voices“ – sind bereits im Verkauf. Wir hoffen natürlich nach einer veranstaltungslosen Zeit auf regen Zuspruch.
Mit der gemeinnützigen Festivalgesellschaft, der Women in Jazz gGmbH, sind wir auch Veranstalter des Festivals „Women in Jazz“. Die 15. Festivalausgabe sollte am 25. April starten. Bis zum 9. Mai hatten wir mehr als 20 Veranstaltungen vorbereitet. Noch möchten wir nicht aufgeben, dieses Festival auch durchzuführen. Besonders hier gilt, sollte die Corona-Pandemie dieses Festival verhindern, so ist auch die Zukunft des Festivals ungeklärt. Es bedarf der Hilfe verschiedenster Partner, in einem solchen Fall die Festivalidee am Leben zu erhalten.
(Anmerkung: Wie die Festivalgesellschaft inzwischen mitteilte, findet "Women in Jazz" im geplanten Zeitraum virtuell statt. Vom 29. August bis 9. September wird zudem zum "Women in Jazz Replacement Festival" eingeladen.)










