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Die Dokumentation "Maria by Callas" ist Teil des Programms© Prokino Filmverleih GmbH / Fonds de Dotation Maria Callas

Fünf Jahre Französische Filmwoche

Veröffentlicht am Dienstag, 27. Mrz 2018

„Bienvenue au cinéma“ heißt es vom 19. bis 25. April wieder im Kiez-Kino Dessau. Die Französische Filmwoche in Sachsen-Anhalt feiert mit ihrer 5. Auflage ein kleines Jubiläum und ist neben weiteren Spielstätten in Halle und Magdeburg bereits seit ihrer Erstauflage auch im Dessauer Programmkino zu Hause. In Kooperation mit dem „Institut français“ und mit Unterstützung der Staatskanzlei und des Kultusministeriums Sachsen-Anhalt sind in Dessau insgesamt acht französische Filme zu sehen.

Der französische Film hat die europäische Kinolandschaft entscheidend geprägt und in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder weltweite Impulse für das Medium gesetzt. Kreativität, der Mut, neue Wege zu beschreiten und die Emotionalität vieler französischer Produktionen, vom berührenden Drama bis zur selbstironischen und urkomischen Komödie, haben zum globalen Erfolg beigetragen. Die Französische Filmwoche, 2014 nach dem Vorbild ähnlicher Festivals in anderen Bundesländern durch den „Moritzhof Magdeburg“ ins Leben gerufen, würdigt das vielfältige Kinoschaffen unserer westlichen Nachbarn. Dass sie nun bereits in die fünfte Runde geht, freut auch Benjamin Kurc, seit März Leiter des „Institut français“ und damit Beauftragter für deutsch-französische Angelegenheiten in Sachsen-Anhalt: „Die 5. Auflage der Französischen Filmwoche zeigt das Interesse des sachsen-anhaltischen Publikums der französischen Filmbranche und Kultur gegenüber. Sie ist auch ein sichtbares Zeichen der fruchtbaren Kooperationen, die das Institut français mit seinen lokalen Partnern unterhält und die zum Erfolg dieses Festivals beitragen.“

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist aber natürlich auch die Filmauswahl. Das Kiez-Kino präsentiert insgesamt acht Produktionen, die zum Großteil als Preview vor dem offiziellen Deutschlandstart zu erleben sind. Gezeigt werden sie sowohl als Originalversion mit deutschen Untertiteln, als auch in deutscher Synchronfassung. Komödien, Dramen und Dokumentationen prägen das Programm, das neben den regulären Spielzeiten um 17.30 Uhr und 20.30 Uhr am Freitag und Samstag auch mit Vorstellungen um 15 Uhr aufwartet.

Umrahmt wird die Französische Filmwoche außerdem durch eine Plakatausstellung zum 50. Jahrestag der Pariser Studentenproteste von 1968, die zu einem Arbeiteraufstand und beinahe zum Sturz der Regierung führten. Sie wird unter dem Titel „Mai 68“ im Kiez-Café zu sehen sein und durch ein Filmgespräch mit Zeitzeugin und Regisseurin Claudia von Alemann am Sonnabend um 17 Uhr begleitet.

Neben dem deutsch-französischen Austausch steht die Französische Filmwoche auch stellvertretend für das Bemühen der sachsen-anhaltischen Programmkinos, ihrem Publikum Kinokunst zu präsentieren, die abseits des Mainstream liegt, aber deswegen nicht weniger unterhaltsam, berührend oder aufrüttelnd ist. „Die kleinen Programmkinos sind überaus wichtig für das kulturelle Leben eines Landes, einer Stadt, eines Dorfes“, bekräftigt auch Benjamin Kurc, „Wenn Kultur und Kunst nur auf wirtschaftliche Erfolge zu reduzieren wären, bekämen wir nur ein einseitiges Angebot und verlören dabei den kulturellen Reichtum, den solche Filme darstellen. Deshalb ist die Arbeit solcher Programmkinos sehr wichtig und unterstützenswert.“

Abgesehen von der kulturellen Bedeutung des französischen Films oder der Programmkinos soll aber auch die Französische Filmwoche vor allem für einige Stunden Kinogenuss sorgen, der niveauvoll unterhält und vielleicht auch zum Nachdenken anregt. Herzlich Willkommen im Kino!

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