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 Illi Oehlmann als Elisabeth und Katja Sieder als Maria StuartLEO Glücksmoment
Illi Oehlmann als Elisabeth und Katja Sieder als Maria Stuart© Claudia Heysel

Maria Stuart von Friedrich Schiller

Veröffentlicht am Dienstag, 26. Januar 2016

Regisseur Ralf Siebelt nennt sie die „berühmteste Asylsuchende der Literaturgeschichte“: die schottische Königin Maria Stuart. Nach der Ermordung ihres Ehemannes auf der Suche nach politischem Asyl nach England geflohnen, ist sie dort fast 20 Jahre lang Gefangene der englischen Königin Elisabeth I., die sie schließlich hinrichten lässt. Stoff für zahlreiche Bücher, Musikwerke und Filme – und für Friedrich Schillers Trauerspiel „Maria Stuart“, das am 19. Februar am Anhaltischen Theater Premiere feiert.

Drei Tage vor der geplanten Hinrichtung beginnt Schillers Drama. Drei Tage, in denen die entthronte Königin verzweifelt versucht, das bereits verkündete Todesurteil noch abzuwenden. Und auch Elisabeth I., die in Maria Stuart eine Konkurrentin um den eigenen Thron sieht, ringt mit ihrer Entscheidung. Hinter den Kulissen kämpfen verschiedene politische Lager um die baldige Hinrichtung oder Befreiung der Gefangenen, doch erst ein persönliches Treffen der Rivalinnen besiegelt das Schicksal beider Frauen.

Für Ralf Siebelt ist "Maria Stuart" nach "Winterreise" die zweite Dessauer Regiearbeit. Nach dem Studio erobert er nun die große Bühne: "Die Größe des Anhaltischen Theaters mit Schillers Wahnsinn zu füllen, ist schon eine Herausforderung. Aber ich fühle mich hier sehr aufgehoben. Und in der jetzigen Situation dieses Hauses eine Produktion mit dem ganzen Schauspielensemble zu machen, ist wichtig! Ich bin sehr froh, Maria Stuart mit diesem erfahrenen, charakterstarken Ensemble machen zu können.“, fasst es Siebelt zusammen.

Und auch wenn das Drama über 200 Jahre alt ist, hat es nichts an Aktualität eingebüßt. „In Maria Stuart herrscht ein Klima der Angst, der Unfreiheit, der Unsicherheit, das tut den Menschen, die diese Entscheidungen verantworten, nicht gut. Und um deren Ringen, um deren Haltung geht es. Ich kann damit heute sehr viel anfangen: Nicht zu beschreiben, wie die Welt ist, sondern auszuloten, was es kostest, in ihr zu bestehen. Moralisch. Menschlich. Politisch.“ Und auch ein weiteres Thema, das aktueller nicht sein könnte, spiegelt sich in der Handlung wider: „Das Stück stellt massiv die Frage nach dem Umgang mit Asylsuchenden. Und seien sie auch politische Gegner.“, hebt der Regisseur hervor.

Die Zeitlosigkeit des Stücks soll auch in seiner Präsentation sichtbar werden. Ob und wie dies gelingt, ist ab 19. Februar im Anhaltischen Theater Dessau zu erleben.

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