
- Und dann der Regen
Und dann der Regen
Spanische Filmemacher? Klar, Pedro Almodóvar. Und dann – das Schweigen. Hinter Almodóvar verschwinden momentan fast alle zeitgenössischen Regisseure von der iberischen Halbinsel. Zu Unrecht, wie Icíar Bollaín mit „Und dann der Regen” beweist. Sie schickt ein Filmteam nach Bolivien. Dort, wo es Indianer im Überfluss gibt, um sie zu Billigstlöhnen als Statisten anzuheuern, soll ein Film entstehen, mit dem Regisseur Sebastián (Gael García Bernal) die Eroberungen des Nationalheiligen Christoph Kolumbus’ als Ausgangspunkt einer europäischen Schreckensherrschaft über die Indios entlarven will. Sebastián hat eine politische Mission – die immer dann in Vergessenheit gerät, wenn der Drehplan seines Films in Stocken zu geraten droht oder andere – also die Indios – Rechte fordern. Seinen Hauptstatisten Daniel (Juan Carlos Aduviri) erklärt er zum Idioten, weil der die Proteste gegen die Privatisierung der Wasserversorgung anführt. „Und dann der Regen” jongliert geschickt mit mehreren Zeitebenen und leistet sich eine hochemotionales und -dramatisches Finale, an dem Sebastián nicht mehr teilhaben wird. – „Ein packender Film, der gerade in seiner Komplexität ebenso spannend wie aufwühlend ist. Alles, was gezeigt wird, kann so gewesen sein.” (taz)